WERTENTWICKLUNG, SUCHTIPPS, KAUFBERATUNG

TOYOTA als Sammlerobjekt

Japanische Klassiker sind in der Veteranenszene noch kaum vertreten. Dies hat seinen eigenen Reiz und sogar einige Vorteile. An Oldtimerevents muss man kaum damit rechnen, dass noch ein halbes Dutzend gleicher Autotypen dastehen. Gerade bejahrte TOYOTA’s haben aber bei den Besuchern und Gästen solcher Veranstaltungen einen sehr hohen Wiedererkennungswert und finden viel Beachtung.

Wertsteigerung zu erwarten

Viele ältere TOYOTA’s sind in den Export gelangt, die übrig gebliebenen sind aber zumindest mechanisch meist noch in einem guten Zustand. Es darf damit gerechnet werden, dass die Fahrzeuge aus dem Land der aufgehenden Sonne in den nächsten Jahren eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erfahren.

Originalzustand oder komplettrestauriert?

Die heutige Mentalität bei den Sammlern klassischer Fahrzeuge geht dahin, dass Autos im Originalzustand oder mit einer „sanften“ Revision teurer gehandelt werden als komplett neu aufgebaute. Eine sichtbare „Patina“ ist daher kein Nachteil.

Als Neuwagen ein Ladenhüter

Es gibt eine Grundregel bei Sammlerfahrzeugen: Fahrzeugtypen die damals im Verkauf ein „Flopp“ waren, das heisst wenig verkauft wurden, sind seltener und daher speziell teuer gehandelt. Allfällige damalige technische Schwächen können mit heutigen Materialien in der Regel besser behoben werden, sodass solche kein Hinderungsgrund sind, ein „Sahnestückchen mit Konstruktionsschwächen“ zu kaufen.

Die Toyota-Modelle unter Sammleraspekten

Modelle wie die Celica’s wurden häufig verkauft und immer wieder von Hand zu Hand weitergegeben, sind aber meistens abgeändert und modifiziert. Ausgesprochen selten sind Exemplare im absoluten Originalzustand.

Typen wie der Crown, der Cressida und der Corona hingegen wurden weniger verkauft. Die Käufer waren meist ältere Personen die den Wagen gepflegt haben und wenig Bedürfnisse hatten, Spoiler oder andere Teile montieren zu lassen. Findet man eines der damals wenig verkauften Autos, ist dafür die Wahrscheinlichkeit höher, dass es sich im Originalzustand befindet.

Nutzfahrzeuge wie der Hiace, Liteace, die Land Cruiser Baureihe und die Dyna’s wurden zwar häufig verkauft, dann allerdings auch rücksichtslos genutzt und waren im Export sehr gesucht. Ein Exemplar in gutem Zustand zu finden ist fast hoffnungslos. So werden solche Raritäten in Zukunft extrem selten an Events anzutreffen sein und wer „ein Herz für Nutzfahrzeuge“ hat und eines zu einem zahlbaren Preis findet, sollte sich den Kauf nicht allzu lange überlegen.

Ähnliche Argumente sprechen für die in sehr grossen Stückzahlen verkauften Copain, Starlet, Corolla und Carina mit Heckantrieb, Diese damals sehr preiswerten, zähen und praktischen Fahrzeuge fanden sehr grossen Anklang im Exportmarkt. Für diese Fahrzeuge gilt daher das Motto „Jeder kennt das Modell, keiner hat noch Einen“.

Preise generell

TOYOTA Young- und Oldtimerbesitzer kann man werden, ohne Millionär zu sein. Stark vereinfacht darf man sagen, dass Youngtimer (20 bis 30 Jahre alt) zurzeit die Talsohle des Wertes erreicht haben. Je nach Zustand und Modell liegen die Preise zwischen Fr. 500.- und Fr. 5000.-.
TOYOTA’s aus dem Importzeitraum 1967 bis Ende der 70er Jahre hingegen haben die Talsohle bereits überschritten. Hier muss bei gut erhaltenen Exemplaren bereits mit Preisen ab Fr. 5000.- gerechnet werden.

Fündig werden beim TOYOTA-Vertreter

Wird Ihnen ein TOYOTA-Klassiker von einer offiziellen Vertretung angeboten, ist dieser meistens etwas teurer. Sie dürfen aber davon ausgehen, dass der Markenspezialist das Produkt besser kennt und der Wagen deshalb auch „seriöser“ ist und keine bekannten Mängel aufweist. Gerade Erstbesitzer solcher Fahrzeuge aus den 1960er, 1970er und 1980er waren ja in der Regel sehr zufrieden mit Ihrem Wagen und kaufen wieder einen neuen TOYOTA. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie deshalb einen solchen eingetauschten „Leckerbissen“ bei der offiziellen Markenvertretung finden, ist recht hoch. Schränken Sie einfach bei der Suche auf dieser Homepage unter „Occasionen“ den Jahrgangsbereich von z.B. 1960 bis 1985 ein.

Das Internet als Tor in die TOYOTA-Oldtimerwelt

Ein regelmässige Suche z.B. bei ww.ricardo.ch kann Ihnen den Kauf eines Young- oder sogar eines Oldtimers zu einem günstigen Preis ermöglichen. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit die Angebote nach dem Modell zu durchstöbern. Anbieter günstiger Sammlerfahrzeuge empfinden Ihren Wagen meist nicht als Young- oder Oldtimer und so finden Sie die wirklich interessanten Kaufobjekte meist nicht unter den Stichworten „Oldtimer“, „Youngtimer“, „Veteran“ oder „Sammler“ sondern unter dem normalen Modellnamen oder sogar einfach unter „Toyota“ irgendwo dazwischen.

Direktimportierte Oldtimer / Restaurationen im Ausland

Hier ist Vorsicht am Platz. Es kann sich um Modelle handeln, die in dieser Ausführung bei uns nie erhältlich waren und deren Erkennungswert und damit auch der Wert reduziert ist. Wurden der Wagen gar im Ausland restauriert, muss von den Qualitätsvorstellungen und der Mentalität des Herkunftslandes ausgegangen werden. Um ein finanzielles Fiasko auszuschliessen, müssten Sie die Möglichkeit haben, den Wagen vor Ort anschauen zu können. Eine längere Anreise darf Sie da nicht reuen.

Kauf vom Erstbesitzer: Diplomatie beim Kauf gefragt

Ab und zu mit viel Glück erfahren Sie vielleicht durch einen Nachbarn, einen Arbeitskollegen u.s.w. von einem alten TOYOTA, der irgendwo in einer Garage herumsteht und dessen Besitzer sich mit dem Gedanken beschäftigt den Wagen aus Altersgründen abzugeben. Wenn Sie solche „Leckerbissen erwerben wollten, müssen Sie sich zuerst dem Besitzer gut „verkaufen“.

  • Knüpfen Sie den ersten Kontakt mit einer Entschuldigung, falls Sie ungelegen anrufen würden. Sie hätten aber von seinem TOYOTA auf Umwegen erfahren und sich deswegen als „Wildfremder“ erlaubt, anzurufen.
  • Berücksichtigen Sie, dass gerade Erstbesitzer, vielfach Senioren, sehr an Ihrem Auto hängen und es nur ungern hergeben. Nach meiner Erfahrung geht es solchen Oldtimerbesitzern meist nicht um den höchsten erzielbaren Preis, sondern darum, dass der Wagen in gute Hände kommt (Aber sind es die Erben, die den Wagen „verrösten“ wollen, gilt das Umgekehrte. Diese möchten möglichst einen hohen Erlös erreichen).
  • Wenn Sie für die Besichtigung mit einem gepflegten Old- oder Youngtimer anreisen, wird man Ihnen Ihre guten Absichten eher anerkennen.
  • Planen Sie viel Zeit für den ersten Besuch ein, etwas „Small Talk“ muss möglich sein.
  • Erscheinen Sie weder im Anzug noch im Arbeitskombi oder dem Trainingsanzug. Eine „normale Alltagkleidung und ein gepflegtes Äusseres erwecken gerade bei Senioren das Vertrauen.
  • Kommen Sie nach Möglichkeit alleine oder nur mit Angehörigen Ihrer eigenen Familie. Wenn ein ganzes „Expertenteam“ vor der Türe steht, fühlt sich der Besitzer vielleicht unbewusst bedrängt.
  • Wenn Sie also den Wagen anschauen, loben Sie seine Pflege und verzichten Sie darauf, alle nötigen Reparaturen aufzuzählen um den Preis herunter zu drücken. Erwähnen Sie solche Mängel immer mit der Bemerkung, dass dies bei einem so alten Wagen normal sei und Sie sich bewusst seien, dass man natürlich Einiges noch in Ordnung bringen müsse. (Aber: Sind es die Erben, die verkaufen wollen, gilt auch hier das Umgekehrte. Listen Sie alle Mängel schonungslos auf und erwähnen Sie, dass Ersatzteile kaum erhältlich sind und teure Spezialisten die Sache angehen müssten).
  • Drängen Sie nicht auf einen Verkauf, geben Sie dem Besitzer wenn nötig etwas Zeit für seine Entscheidung und bitten Sie um einen Termin, wenn Sie sich wieder bei ihm melden dürfen.
  • Nach meinen Erfahrungen ist es vor allem die Frau oder Lebenspartnerin des Verkäufers, die schlussendlich unter dem Motto „was willst Du noch mit unserem alten TOYOTA, der Mann scheint mir seriös und wird zu unserem Wagen gut schauen“ den Ausschlag für den Verkauf gibt. Es ist deshalb sehr wichtig, dass Sie auch bei ihr einen guten Eindruck erwecken.
  • Wenn es klappt und Sie können den Wagen abholen, schadet es nichts, wenn Sie eine Flasche Wein und eine Schachtel Pralinen als kleines Geschenk mitbringen. Man wird Ihnen dann unter Umständen noch den damaligen Kaufvertrag, alte Reparaturquittungen, Reserveschlüssel und anderes hervorsuchen.


„Schnäppchen“ und andere dumme Sprüche

Hier einige Bemerkungen bei angeblichen Verkaufsargumenten, die Sie immer wieder bei den Angeboten finden:

„Schnäppchen“ = Der Verkäufer hofft, dass es für ihn selber ein Schnäppchen wird. Ob ein angebotenes Auto ein wirkliches Schnäppchen war, beurteilen Sie als Käufer, wenn der Wagen vom der Behörde abgenommen ist und Sie alle Werkstattrechnungen zusammengezählt haben.

„Scheunenfund“ = Das Auto ist irgendwo lange herumgestanden und der Anbieter will keine Ahnung davon haben, was an dieser Ruine noch brauchbar ist. In der Praxis müssten alle Scheunen in der Schweiz seit Jahrzehnten nie mehr geöffnet worden sein, denn nur so kann es sein, dass so viele rare Oldtimer in so wenigen Scheunen immer noch herumstehen.

„Nur an Liebhaber“ = Selbstverständlich kann jeder der das Geld bringt, den Wagen kaufen, der Anbieter möchte aber seine zu hohe Forderung irgendwie rechtfertigen.

„Im Auftrag zu verkaufen“ = Der Anbieter weiss von Nichts, wenn sich das Auto dann als unrettbarer Schrotthaufen erweist oder gravierende Mängel hat.

„Bald ein Oldtimer“ = Der Anbieter möchte ihn zum Oldtimerpreis verkaufen, in der Praxis ist es aber einfach ein altes Auto, bestenfalls ein Youngtimer.

„Viel Zubehör, Spezialfelgen, tiefergelegt“ etc. = Ein Negativkriterium, denn für eine Veteranenzulassung muss nachgewiesen werden, dass das Zubehör „zeitgenössisch“ ist, also damals, bei der ersten Inbetriebnahme, bereits erhältlich war. Stellen Sie sicher, dass allenfalls die Originalteile noch vorhanden sind, damit nötigenfalls zurückgebaut werden kann.

Bei Online-Versteigerungen: Ein angeblicher Interessent lobt das Angebot über jeden „grünen Klee“, findet den Wagen einmalig günstig und hat eine Ausrede, wieso er nicht mitbietet. Wer als Anbieter mit solchen Tricks arbeiten muss ist nicht seriös.

Es ist auch bei Oldtimern so, behalten Sie Ihren gesunden Menschenverstand und lassen Sie sich nicht durch Werbeslogans zu einem überstürzten Kauf verleiten.

Fachleute bewahren vor Überraschungen

Sind Sie eher ein technischer Laie? Kein Problem, wenn Sie einen Fachmann in Ihrem Bekanntenkreis zur Hand haben, bitten Sie ihn beim ersten Augenschein mitzukommen und spendieren Sie ihm als Dankeschön ein feines Nachtessen. Kennen Sie in Ihrem Bekanntenkreis keinen Spezialisten, ziehen Sie einen der auf Oldtimer spezialisieren TOYOTA-Vertreter bei. Die ein oder zwei Arbeitsstunden die er Ihnen verrechnet sind jeden Franken wert, wenn er Sie vor einer eventuellen Fehlinvestitionen bewahren kann.
Seien Sie sich aber bewusst, dass auch Fachleute keine „seherischen“ Fähigkeiten haben und versteckte Mängel oder spätere Schäden, wie bei viel neueren Occasionen, auch bei Liebhaberfahrzeugen zum „Kaufrisiko“ gehören.

Lassen Sie sich Zeit beim Finden Ihres Wunschautos. Ich wünsche Ihnen viel Musse beim Suchen und eine glückliche Hand dabei.

Ihr

Peter Ernst
Oldtimer-Corner

TOYOTA AG
Schürmattstrasse · 5745 Safenwil · peter.ernst@toyota.ch