TOYOTA Hilux

Model-Code

  • RN36: 2.0 Einfachkabine Pickup, kurzer Radstand, 4x2 Getriebe
  • RN46: 2.0 Einfachkabine Pickup, langer Radstand, 4x2 Getriebe
  • RN46: 2.0 Einfachkabine Fahrgestell, langer Radstand, 4x2 Getriebe
  • RN46: 2.0 Doppelkabine Pickup, langer Radstand, 4x2 Getriebe
  • LN46: 2.2 Diesel, Einfachkabine Pickup, langer Radstand, 5x2 Getriebe
  • LN46: 2.2 Diesel, Einfachkabine Fahrgestell, langer Radstand, 5x2 Getriebe
  • LN46: 2.2 Diesel, Doppelkabine Pickup, langer Radstand, 5x2 Getriebe

  • YN65: 2.0 Einfachkabine Pickup, lang, 5x2 Getriebe
  • YN65: 2.0 Einfachkabine Fahrgestell, lang, 5x2 Getriebe
  • LN65: 2.4 Diesel Pickup, lang, 5.x2 Getriebe
  • LN65: 2.4 Diesel Fahrgestell, lang, 5x2 Getriebe
  • LN65: 2.4 Diesel, Doppelkabine Pickup, lang, 5x2 Getriebe (CH-Umbau)

  • YN67: 2.2 Einfachkabine Fahrgestell, lang, 5x2 Getriebe
  • YN67: 2.2 Xtra-Cab. Fahrgestell, lang, 5.x2 Getriebe
  • YN67: 2.2 Doppelkabine Pickup, lang, 5x2 Getriebe

Mit der grossen Nutzfahrzeugoffensive Ende der 1970 bis Anfangs der 1980er Jahre von Toyota kam auch der Hilux in die Schweiz. Nicht nur Bauern und Handwerker waren darüber glücklich, auch die Schweizer Armee freute sich über diesen voll geländetauglichen Lieferwagen mit offener Brücke. Wer so etwas suchte, musste bisher einen schweren Geländewagen von Land Rover, den Land Cruiser Pickup kaufen oder in einen Unimog investieren. Solche Fahrzeuge gingen meist über das Pflichtenheft und das Budget der Käufer hinaus und waren nicht sehr häufig auf den Strassen anzutreffen. Das Militär hätte im Krisenfall zu wenig geländetaugliche Kabelverlegefahrzeuge für die Übermittlungstruppen requirieren können.

Waren die Kunden bereit rund 5000 Franken für eine grössere Aluladebrücke mit Befestigungskitt für Kabelrollen, 4 Schneeketten und weiteres vorgeschriebenes Material zu investieren, gewährte die Armee eine Subvention im gleichen Betrag. Im Krisenfall hätte die Armee den Wagen zwar requiriert, dafür aber auch eine tägliche Ausfallentschädigung und Schadenfälle ausbezahlt.
Es machten so viele Kunden von diesem Angebot Gebrauch, so dass die Militärverwaltung bald einmal die Subventionen kontingentieren musste.

Mit der nächsten Generation des Hilux liess das Werk den kurzen Radstand fallen. Dafür waren nun die Ausführungen mit Benzinmotor mit der neuen „Y“-Motorengeneration bestückt und der einfache Saugerdiesel erhielt mehr Hubraum.
Trotzdem wäre der Import der Benzinmodelle beinahe an den neuen Schweizer AGV82-Abgasvorschriften gescheitert. Diese galten für Fahrzeuge bis 2500 kg Gesamtgewicht und beim Hilux waren nur 2450 kg garantiert. Ohne jegliche technische Begründung durfte das Werk die international gültige Gesamtgewichtsgarantie aber nicht erhöhen. Die umtriebigen Spezialisten der Toyota AG setzten sich mit den Konstrukteuren in Japan zusammen und suchten nach einer Lösung.
Man fand sie in Form eines dünnen, lokal gefertigten Rohres unter der Hinterachse, welche auf jeder Seite am Ende der Starrachse mit einem Haken angehängt war und das Differenzial stütze. Dies war die nötige technische Begründung dafür, dass eine spezielle Werksgarantie auf 2510 kg Gesamtgewicht, nur für die Schweiz, ausgestellt werden konnte.
Beim Doppelkabiner mit seiner kürzeren Ladebrücke reichte dies nicht aus. Die Nutzlast hätte, da sie hinter der Hinterachse platziert war, wegen des Hebelgesetzes die Hinterachsgarantie überschritten. Man hätte in der Folge die Nutzlast und damit das Gesamtgewicht reduzierten müssen und der Wagen wäre wieder unter die Abgasvorschriften gefallen.
So kam es, dass ca. 20 kg Bleibarren in der vorderen Stossstange, bei der Neuwagenaufbereitung in Safenwil in jedem Doppelkabiner montiert, das nötige „Gleichgewicht“ wieder herstellten und für die Einhaltung der Abgasvorschriften sorgten.

Die meisten der „HomologationsStangen“ unter der Hinterachse dürften inzwischen durch die Besitzer demontiert worden sein, denn man schleifte damit den halben Wald mit wenn man im Gelände unterwegs war. Das Gewicht der vorderen Stossstange bei den Doppelkabinern dieser Baureihe dürfte hingegen schon den einen oder anderen Mechaniker verunsichert haben, der die Stossstange demontieren musste. Dieses „Spiel“ mit dem Hebelgesetz wird übrigens auch heute noch praktiziert, bei Schneeräumfahrzeugen wird deshalb vielfach z.B. eine Werkzeugkiste oder ein fixer Salzbehälter ganz hinten im Laderaum platziert.

Eine weitere „Spezialität“ ist der LN65 Diesel mit Doppelkabine. Dieses Modell, bei vielen Flottenbesitzern sehr beliebt, war ab Werk für Europa nicht mehr lieferbar.
So überredeten unsere Nutzfahrzeugspezialisten den Verantwortlichen in Japan für Asien, ihnen 50 Stück des Kontingentes für die Philippinen zu überlassen.
Die Wagen wurden prompt geliefert, hatten aber unter anderem keine Sicherheitsgurten und es war noch ein 4-Ganggetriebe montiert. Die Wagen wurden in Safenwil umgebaut und die frei gewordenen 4-Ganggetriebe wurden an Gewerbeschulen verschenkt, Generationen von ehemaligen Lehrlingen dürften daher das Hilux-Getriebe bestens kennengelernt haben.

Gleich wie sein „grosser Bruder“ der Land Cruiser, wurde und wird dieses Modell in immer neuen Generationen weiter gebaut. Ein Ende dieser Modellreihe ist nicht abzusehen.

Die neueren Generationen dieses beliebten Transporters sind für den Sammler irrelevant, sie werden tagtäglich von Privatpersonen und Gewerbebetreiben schlicht und einfach genutzt.

Galerie

TOYOTA AG
Schürmattstrasse · 5745 Safenwil · peter.ernst@toyota.ch