Tipps zu TOYOTA Oldtimer Ersatzteilen

Leider werden für ältere Fahrzeuge vom Hersteller kaum noch Teile nachgefertigt, wie Sie vermutlich schon selber feststellen mussten. Der Grund liegt darin, dass weltweit kaum noch ein Bedarf danach besteht. Viele TOYOTA’s sind im Alter von 15-20 Jahren in den Export nach Afrika gelangt. Die dort laufenden älteren Modelle werden aber durchwegs mit Occasionsteilen am Laufen gehalten, Zierteile sind in Afrika schon gar nicht gefragt.

Andererseits, dies ist die positive Seite, TOYOTA’s sind und waren sehr „zähe“ Fahrzeuge. Selbst Wagen aus den ersten Importjahren sind meistens mechanisch weitgehend in Ordnung und grössere Eingriffe sind kaum nötig. Da könnten Besitzer von klassischen Fahrzeugen anderer Marken neidisch werden!

Meine Erfahrung zeigt, dass aber viele langjährige TOYOTA-Vertretungen in der Schweiz irgendwo noch solche Teile gelagert haben. Wurde die Ersatzteilnummer inzwischen nicht schon aufgehoben, sind diese noch den Modellen zuordnungsbar. Vielfach aber sind solche Teile einfach eingelagert und man weiss bestenfalls noch, dass es sich z.B. um Corolla Heckantriebkomponenten oder diverse Auspuffanlagen handelt.

Es liegt mir deshalb daran, solche Lagerfunde zu koordinieren, damit ich Sie im diesem Oldtimer-Corner mit etwas Glück noch fündig werden.
Haben Sie selber noch TOYOTA-Teile an Lager die Sie gerne verkaufen möchten, können Sie mir dies per KONTAKT Formular mitteilen, ich werde Ihren Bestand und den Kontakt zu Ihnen der Ersatzteilsammelliste veröffentlichen.

 

Nun, welche Möglichkeiten bestehen, um solche Teile zu finden

  1. Kontaktieren Sie Ihren nächstliegenden, auf klassische TOYOTA spezialisierten, Vertreter. Er kann mit Hilfe alter Mikrofischen die Original-Ersatzteilnummer ermitteln. TOYOTA arbeitet häufig mit dem Baukastensystem und so kann es sein, dass Sie ein Ersatzteil für ein 40 jähriges Modell ab Lager bestellen können, weil dieses noch in einem neueren Modell Verwendung fand.
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  3. Nutzen Sie die Suchfunktion (z.B. „Corolla“, „Wasserpumpe“ usw.) um die nachfolgende Excel-Tabelle nach den gewünschten Teilen zu durchsuchen.
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  5. Verschleissteile wie Bremskomponenten, Filter u.s.w. finden Sie manchmal bei Fremdanbietern. Kugellager und Achsdichtringe sind Normteile, wenden Sie sich an eine darauf spezialisierte Firma. Gummidichtungen, Schläuche etc. sind Meterware, Motor- oder Getriebedichtungen kann man problemlos selber aus Dichtpapierbögen herstellen.
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  7. Suchen Sie mittels einer Suchmaschine im Internet. Es ist erstaunlich, was sich da manchmal findet. Viele Anbieter kennen den internen Model-Code, sodass Sie als Suchbegriff durchaus z.B. „KE70“ einsetzen können.
  8. Siehe auch unten „Bestellungen aus dem Ausland"

     

  9. Werden Sie Mitglied in einem TOYOTA-, Celica- u.s.w. Club (siehe unter dem Button „Clubs“ auf der Homepage www.toyota.ch), in einem TOYOTA-Forum oder in einer Interessengemeinschaft. Neben dem kameradschaftlichen Teil einer solchen Gemeinschaft helfen einem die Mitglieder gerne weiter, wird man doch durch ein gemeinsames Hobby verbunden.
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  11. Wenn Sie Englisch sprechen, finden Sie für einige Modelle im Internet ein recht grosses Angebot an Teilen in Australien oder den USA. Es gibt dort eine recht grosse Szene für die Celica-, Crown-, Cressida-, Hilux- und Land Cruiser-Baureihen.
    Siehe auch unten „Bestellungen aus dem Ausland“

  12. Mein Geheimtipp für „Jäger und Sammler“:
    Gebt bei einer Suchmaschine die Stichwörter „grafenried autoverwertung“ ein. Dieser ehemalige Autofriedhof ist heute eher als „vereinigte Hüttenwerke“ zu bezeichnen. Unzählige Räume und Keller sind gefüllt mit Autoersatzteilen etwas ab Ende der 1940er bis etwa Ende der 1970er Jahre aller damals gängigen Marken in der Schweiz, mit eingeschlossen alle Japaner-Marken. Mit festem Schuhwerk, Arbeitshandschuhen und einer guten Taschenlampe bewaffnet kann es immer noch Stunden dauern, bis man alle Räume durchsucht hat. Alle Teile sind aber liebevoll mit den genauen Modellbezeichnungen angeschrieben und nach Marken sortiert. Selbst Hecktüren und andere Karosserieteile, Lampen, Armaturenbretter und sämtliche mechanischen Teile sind fast für jedes Toyota-Modell bis etwas Mitte der 1970er Jahre vorhanden. Fundstücke müssen in den Hof geschleppt werden, wo der Preis dann „freihändig“ festgelegt wird. Ich habe bei meinem ersten Besuch dort sämtliche Teile für meine beiden Crown MS55 (1968 und 1971), die ich seit Monaten weltweit gesucht habe, gefunden. Wer einen Toyota-Oldie aus den 1960 oder 1970 Jahren hat, für den lohnt sich der Besuch auf jeden Fall!
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  14. Einige Anbieter betreiben einen Internet-Shop mit TOYOTA-Ersatzteilen. Die folgenden Links wurden mir freundlicherweise durch Besucher des Toyota-Oldtimer-Corner gemeldet: Ich freue mich über weitere Hinweise und Tipps.
    Siehe auch unten „Bestellungen aus dem Ausland"

 

www.tcsp.ch (alle Modelle)

www.landcruisershop-schumacher.de (Anbieter in Deutschland: Land Cruiser Ersatzteile)

www.cruiserworld.eu (Anbieter in den Niederlanden: Land Cruiser Ersatzteile)

www.buschtaxi.org (Teiletausch, Angebote: für Land Cruiser)

www.teileexpress.de (Anbieter in Deutschland, alle Modelle)

www.sor.com (Spector Off Road, US-Anbieter für Land-Cruiser Teile)

http://epinio.de/main.php?g2_itemId=1477&g2_page=53 (Allg. Kleinteile)

http://parts.jdm-history.com (ET-Suchservice für alle Japanermarken)

Autoverwertung A. + R. Kagerbauer, Eichacker, 3473 Alchenstorf (Emmental BE)
Tel. 034 415 13 31, hat noch vor allem AL25 Tercel 4WD Teile an Lager

 

Mein Tipp:
Das Hervorsuchen von alten Teilen in Garagen oder bei Privatanbietern ist zeitaufwendig und in vielen Betrieben sind es wenige, meist langjährige Mitarbeiter oder der Chef selber die Ihnen weiterhelfen können. Solche Spezialisten können auch mal abwesend sein. Bringen Sie bei solchen Anfragen also immer ein wenig Geduld mit und drängen Sie die Anbieter nicht.

  

Bestellungen aus dem Ausland:

Geldüberweisungen: Nach meiner Erfahrung verlangen ausländische Banken teilweise horrende Empfangsgebühren bei Banküberweisungen aus der Schweiz. Da sind Enttäuschungen der Lieferanten voraussehbar, im einen oder anderen Fall muss man dann nachträglich mit dem Lieferanten eine Lösung suchen und hat viele Umtriebe. Zusätzlich verliert man bei einer Vorauszahlung viel Zeit bis der Betrag dem Empfänger gutgeschrieben wird.
Gewerbliche Anbieter akzeptieren in der Regel Überweisungen per PayPal. (www.paypal.com/ch/home).
Bei der Nutzung dieser Dienstleistung wird das Geld innert Sekunden gutgeschrieben und die Spesen fallen für den Überweiser komplett weg.

Nutzt man dieses System häufiger lohnt es sich, das PayPal Konto immer wieder mit einem Basisbetrag aufzufüllen.  Ansonsten wird mit der Geldtransaktion gewartet, bis der Kontoinhaber den fehlenden Betrag bei PayPal einbezahlt hat.

Das PayPal Zahlungssystem hat sich auch bei Käufen bei ebay, aber auch bei anderen E-Shops recht gut durchgesetzt und kann immer wieder für alles Mögliche gebraucht werden. Eine Kontoeröffnung ist kostenlos.

Keine Lieferung in der Schweiz durch den Anbieter: Viele Lieferanten in der EU oder z.B. der USA sind nicht bereit in die Schweiz zu liefern.
Entweder scheuen diese Shops den „Papierkrieg“ wegen der Zolldeklaration für Länder ausserhalb der EU oder ein Kartellgesetz der USA verbietet die Lieferung von nachproduzierten Ersatzteilen für Fahrzeuge dieser Marke. 

Umgehung EU: Hier lohnt sich die Eröffnung einer privaten Postlageradresse z.B. in Deutschland oder Frankreich. Diverse Anbieter (google: „Postlageradresse“) bieten solche Lageradressen im ganzen Grenzgebiet kostenlos an. Bestellte Sendungen werden dann dorthin geschickt und der Inhaber des Postlagers erhält eine E-Mail.

Das Paket wird dort für ein paar Euro eingelagert und kann abgeholt werden.
Die Zollfreigrenze beträgt in diesem Fall rund Fr. 300.-, bei einer direkten Zusendung per Post hingegen nur bei ca. Fr. 60.-(Stand 2015). Man kann also gleich noch Zollkosten einsparen.

Umgehung USA: die Firma Shipito (www.shipito.com) bietet einen ähnlichen Service wie oben für die EU, auch für die USA an. Hier bekommt man eine E-Mail wenn das Paket an der Deckadresse (z.B. in Bundesstaat Nevada) angekommen ist und wird gebeten, die beiliegende Zolldeklaration auszufüllen und die Art der Spedition für das Weitersenden in die Schweiz auszuwählen. Die Kosten für den Versand in die Schweiz können per PayPal überweisen werden.

Speziell zu beachten ist bei solchen Bestellungen, dass einige US-Firmen so viel Panik vor Verletzungen des Kartellrechts haben, dass es besser ist, wenn diese nicht merken, dass der Besteller sein Domizil nicht in den USA hat.
Es ist daher wichtig, dass wenn man den Warenkorb abschliesst nicht die Bezahlung per PayPal direkt anwählt. Man wählt die Option „Rechnung“ und kann dann die Shipito-Deck-Adresse eingeben, aber mit der Schweizer E-Mail-Adresse.

Die meisten US-Adressmasken fragen auch nach dem Bundesstaat. Diesen findet man im Internet, wenn man den US-Ortsnamen eingibt.
 
Beim Ausfüllen der Adresse muss man manchmal etwas „pröbeln“ (z.B. den Code „NV“ für Nevada vor der US Postleitzahl weglassen) bis es angenommen wird.
Wenn die US-Adresse akzeptiert wird, wechselt man wieder auf das Bezahlen per PayPal und gibt die Überweisung frei. Der Anbieter merkt damit nicht, dass der Besteller effektiv ausserhalb der USA sein Domizil hat.

 

Es freut mich, wenn Sie mit meinen Hinweisen im einen oder anderen Fall bei raren Ersatzteilen fündig werden und Ihren Toyota-Oldie wieder dort verwenden können… auf der Strasse.

 

Ihr

 

Peter ERNST
Automobiltechniker
Oldtimer-Corner     

TOYOTA AG
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